Anwendungsbeispiel Erwachsene
Patientin: 42 Jahre, Angestellte, zwei Kinder
Diagnosen: Nacken- und Kopfschmerzen, Migräne ohne Aura
Die Patientin stellte sich mit einem Überweisungsschein ihrer Neurologin in meiner Praxis vor.
Das MRT war unauffällig, der Röntgenbefund altersentsprechend.
Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch und einer detaillierten osteopathischen Untersuchung ergaben sich folgende Hinweise:
Die Nackenschmerzen sind morgens am stärksten ausgeprägt und bessern sich im Laufe des Tages durch Bewegung und Wärme.
Die Migräneattacken sind nicht zyklusabhängig, sondern treten spontan und unerwartet auf. Während der Schwangerschaften traten laut Patientin keine Migräneanfälle auf.
Die Verdauung ist träge. Es bestehen keine Allergien, keine Operationen und keine schweren Verletzungen in der Vorgeschichte.
Ergebnisse der osteopathischen Untersuchung:
Ausgeprägte muskuläre Verspannungen im Bereich der oberen Kopfgelenke sowie der Kaumuskulatur
Kompression in den Kiefergelenken
Fehlende Bauchatmung
Ungünstige Körperhaltung (Schulterhochstand, nach vorne verlagerter Kopf)
Hohlkreuz und Beinlängendifferenz
Schmerzpunkt im Bereich des Übergangs vom Dünn- zum Dickdarm
Behandlung:
Die osteopathische Behandlung erfolgte viszeral (Organsysteme), craniosacral (Schädel) sowie strukturell (Wirbelsäule, Muskulatur, Faszien).
Ergänzend erhielt die Patientin Übungen für den Alltag, Haltungsschulung und Empfehlungen für zu Hause. Zudem erschien es sinnvoll, Rücksprache mit dem Zahnarzt hinsichtlich einer nächtlichen Aufbissschiene zu halten, da die Patientin insbesondere nachts stark mit den Zähnen presst.
Weiterhin wurde empfohlen, mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Lebensmitteln und dem Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräne zu beobachten.
